3 neue ILFORD Tesuki-Washi 2026: Yanase, Pearlescent und Hokusai

Drei neue ILFORD Tesuki-Washi-Papiere: Yanase, Pearlescent und Hokusai im Vergleich

ILFORD erweitert sein GALERIE-Sortiment um drei handgeschöpfte japanische Washi-Papiere für den FineArt-Inkjetdruck:

Alle drei Papiere bestehen aus 60 % Hanf und 40 % Kozo und werden in Echizen in der japanischen Präfektur Fukui von Hand geschöpft. Durch eine spezielle ILFORD-Beschichtung sind sie für den Inkjetdruck mit wasserbasierten Dye- und Pigmenttinten geeignet.

Trotz ihrer gemeinsamen Herkunft erzeugen sie deutlich unterschiedliche Wirkungen: Yanase verbindet eine helle Papierbasis mit einer geschmeidigen Washi-Struktur. Pearlescent ergänzt diese natürliche Anmutung um einen lichtabhängigen Schimmer. Hokusai ist mit 210 g/m² und 480 µm erheblich stärker und richtet sich an Arbeiten, bei denen auch das Volumen des Papiers wahrgenommen werden soll.

Wir haben Muster aller drei Papiere vorliegen. Auf den jeweiligen Produktseiten finden Sie deshalb neben den Produktaufnahmen auch Oberflächenbilder, die den unterschiedlichen Materialcharakter zeigen.

Was bedeutet Tesuki-Washi?

Washi bezeichnet traditionelles japanisches Papier, das sich durch seine natürlichen Fasern, seine charakteristische Oberfläche und seine trotz des teilweise geringen Gewichts hohe Festigkeit auszeichnet.

„Tesuki“ steht für die handwerkliche Herstellung des Papiers. Die Oberfläche wird nicht nachträglich durch eine mechanische Prägung erzeugt. Sichtbare Fasern, natürliche Unregelmäßigkeiten und leichte Unterschiede zwischen einzelnen Bögen gehören zum eigenständigen Charakter des Materials.

Die Papierbasis der drei neuen ILFORD-Medien stammt aus Echizen. Die Region blickt nach Angaben von ILFORD auf eine mehr als 1.500-jährige Tradition der Washi-Herstellung zurück. ILFORD versieht die handgeschöpften Papiere mit einer eigenen Tintenaufnahmeschicht, um sie für moderne Desktop- und Großformat-Inkjetdrucker nutzbar zu machen.

Damit verbinden die Papiere traditionelles japanisches Handwerk mit den Anforderungen des digitalen FineArt-Drucks.

Yanase, Pearlescent und Hokusai im direkten Vergleich

Eigenschaft Yanase 120 Pearlescent 120 Hokusai 210
Herstellung handgeschöpftes Tesuki-Washi handgeschöpftes Tesuki-Washi handgeschöpftes Tesuki-Washi
Herkunft Echizen, Japan Echizen, Japan Echizen, Japan
Fasern 60 % Hanf, 40 % Kozo 60 % Hanf, 40 % Kozo 60 % Hanf, 40 % Kozo
Flächengewicht 120 g/m² 120 g/m² 210 g/m²
Papierstärke 300 µm 300 µm 480 µm
Oberfläche geschmeidig, natürlich und faserig natürliche Faserstruktur mit Pearlescent-Schimmer weich, natürlich und besonders voluminös
Opazität über 90 % über 90 % über 90 %
Optische Aufheller keine keine keine
Säurefrei ja ja ja
Tinten wasserbasierte Dye- und Pigmenttinten wasserbasierte Dye- und Pigmenttinten wasserbasierte Dye- und Pigmenttinten
Charakter hell und zurückhaltend schimmernd und lichtabhängig schwer und repräsentativ

Die Entscheidung lässt sich deshalb auf drei Grundfragen reduzieren:

  • Soll das Washi möglichst natürlich und hell wirken? Dann ist Yanase interessant.

  • Soll ein lichtabhängiger Schimmer Teil der Bildgestaltung sein? Dann kommt Pearlescent infrage.

  • Soll das Papier durch seine Stärke und Materialität besonders präsent sein? Dann ist Hokusai die naheliegende Wahl.

ILFORD GALERIE Tesuki-Washi Yanase 120

ILFORD GALERIE Tesuki-Washi Yanase 120 mit heller handgeschöpfter Faserstruktur

Yanase 120 ist ein handgeschöpftes, mattes Washi mit einer geschmeidigen und natürlich faserigen Oberfläche. Das Papier besitzt eine helle weiße Basis und enthält keine optischen Aufheller.

ILFORD hebt insbesondere die Verbindung aus traditioneller Washi-Anmutung, Kontrast und klarer Farbwiedergabe hervor. Die Tintenaufnahmeschicht soll lebendige und deutlich definierte Farben ermöglichen, ohne den natürlichen Charakter des Papiers zu verdrängen.

Mit 120 g/m² ist Yanase vergleichsweise leicht. Seine Stärke von 300 µm zeigt jedoch, dass das Flächengewicht allein nicht beschreibt, wie ein Washi aufgebaut ist. Das Papier wirkt materieller, als es die Grammatur zunächst vermuten lässt.

Was prägt die Oberfläche?

Die Fasermischung besteht aus 60 % Hanf und 40 % Kozo. Die sichtbaren Fasern und natürlichen Unterschiede zwischen den Bögen geben dem Papier seine handwerkliche Anmutung.

Seine Wirkung entsteht aus der hellen Basis, der Faserstruktur und dem Zusammenspiel zwischen gedrucktem Motiv und natürlichem Material.

Das macht Yanase zur zurückhaltendsten Variante des neuen Trios: Das Papier bleibt sichtbar, fügt dem Motiv aber keinen Glanz- oder Schimmereffekt hinzu.

Für welche Motive eignet sich Yanase 120?

Yanase kann besonders interessant sein für:

  • künstlerische Fotografie

  • natürliche und reduzierte Motive

  • Illustrationen und grafische Arbeiten

  • Schwarz-Weiß-Bilder

  • florale und organische Motive

  • Arbeiten mit größeren ruhigen Farbflächen

  • Editionen und Präsentationen mit sichtbarer Faserstruktur

Bei sehr feinen Details sollte berücksichtigt werden, dass die natürliche Washi-Oberfläche immer Teil des Bildes bleibt. Wer eine vollkommen homogene und technisch glatte Wiedergabe sucht, ist mit einem glatten klassischen FineArt-Papier möglicherweise besser beraten.

Yanase richtet sich an Anwender, die genau diese Materialwirkung bewusst einsetzen möchten.

ILFORD GALERIE Tesuki-Washi Pearlescent 120

ILFORD GALERIE Tesuki-Washi Pearlescent 120 mit natürlicher Washi-Struktur und Schimmer

Washi Pearlescent 120 verbindet die handgeschöpfte Faserstruktur mit einem perlmuttartigen Schimmer.

Auch dieses Papier besteht aus 60 % Hanf und 40 % Kozo, wiegt 120 g/m² und ist 300 µm stark. Im Unterschied zu Yanase besitzt es jedoch eine spezielle Pearlescent- beziehungsweise „Sparkle Effect“-Beschichtung.

Die natürliche Washi-Struktur bleibt sichtbar. Der Schimmer liegt nicht anstelle der Papierstruktur auf der Oberfläche, sondern ergänzt sie um eine weitere gestalterische Ebene.

Wie deutlich ist der Schimmer?

Wir haben das Pearlescent-Washi anhand unserer Muster unter unterschiedlichen Lichtbedingungen betrachtet.

Dabei zeigt sich ein ähnliches Verhalten wie bei den neuen Cotton-Pearlescent-Papieren von ILFORD:

  • Unter diffusem Raumlicht ist der Schimmer sehr zurückhaltend.

  • Ohne direkte Beleuchtung kann der Effekt kaum zu erkennen sein.

  • Unter hartem, direktem Licht wird er deutlich präsent.

  • Die Wahrnehmung verändert sich mit dem Lichteinfall und dem Betrachtungswinkel.

  • Faserstruktur und Schimmer bleiben als zwei unterschiedliche Oberflächenmerkmale sichtbar.

Die Präsentationsbeleuchtung ist damit ein wesentlicher Teil der Bildwirkung. Ein Druck kann unter weichem Licht zunächst wie ein natürliches mattes Washi erscheinen und unter einer gerichteten Lichtquelle eine deutlich schimmernde Ebene entwickeln.

Auf der Produktseite zeigen unsere Oberflächenbilder, wie sich der Pearl-Effekt mit der natürlichen Faserstruktur verbindet. Dennoch lässt sich eine lichtabhängige Oberfläche auf einem Bildschirm nur eingeschränkt beurteilen. Ein reales Muster beziehungsweise ein Probedruck bleibt die verlässlichste Entscheidungsgrundlage.

Für welche Motive eignet sich Pearlescent 120?

Das Papier bietet sich für Motive an, bei denen Licht bereits inhaltlich oder gestalterisch eine Rolle spielt:

  • Wasseroberflächen und Reflexionen

  • Schnee, Eis und helle Landschaften

  • Schmuck, Glas und metallische Elemente

  • Fashion- und Beauty-Arbeiten

  • florale Motive

  • digitale Kunst und Illustrationen

  • grafische Arbeiten mit gezielten Highlights

  • hochwertige Karten, Editionen und Einzelstücke

Der Schimmer sollte nicht automatisch als Vorteil für jedes Motiv verstanden werden. Bei ruhigen, dokumentarischen oder sehr natürlichen Arbeiten kann Yanase die passendere Wahl sein. Pearlescent ist vor allem dann interessant, wenn der Lichtwechsel bewusst zur Präsentation gehören soll.

Hinweis zur Druckabstimmung

ILFORD weist darauf hin, dass aufgrund der besonderen Sparkle-Beschichtung eine Anpassung der Bilddaten erforderlich sein kann.

Je nach Motiv und Drucksystem kann es sinnvoll sein, die Bilddichte über die Tonkurve um etwa 10 bis 20 % anzuheben. Auch weitere Anpassungen für die Farbabstimmung können notwendig werden.

Diese Angabe ist keine allgemeingültige Druckvorgabe. Wir empfehlen, mit einem kleineren Probedruck zu beginnen und ihn nach vollständiger Trocknung sowohl unter diffusem als auch unter hartem, direktem Licht zu prüfen.

ILFORD GALERIE Tesuki-Washi Hokusai 210

ILFORD GALERIE Tesuki-Washi Hokusai 210 mit voluminöser handgeschöpfter Oberfläche

Hokusai 210 ist die schwerste und stärkste der drei Neuheiten.

Das Papier wiegt 210 g/m² und erreicht eine Stärke von 480 µm. Damit ist es 180 µm stärker als Yanase und Pearlescent. ILFORD beschreibt es als „Premium Heavyweight“-Washi mit ausgeprägter materieller Präsenz.

Auch Hokusai wird aus 60 % Hanf und 40 % Kozo handgeschöpft. Die natürliche Washi-Struktur bleibt erhalten, wird hier aber mit einem deutlich voluminöseren Papieraufbau verbunden.

Wann ist die zusätzliche Stärke sinnvoll?

Hokusai ist besonders interessant, wenn der einzelne Bogen als physisches Objekt wahrgenommen werden soll. Die hohe Papierstärke unterstützt eine repräsentative Wirkung und grenzt das Papier von leichten, fast transparent anmutenden Washi-Medien ab.

Mögliche Anwendungen sind:

  • hochwertige FineArt-Reproduktionen

  • limitierte Editionen

  • künstlerische Einzelstücke

  • Portfolio- und Mappenpräsentationen

  • Ausstellungsarbeiten

  • Motive mit bewusst sichtbarer Faserstruktur

  • ungerahmte oder offen präsentierte Blätter mit Büttenrand

Die stärkere Materialwirkung sollte zum Motiv passen. Für sehr leichte, schwebende oder bewusst filigrane Arbeiten können Yanase und Pearlescent geeigneter sein. Hokusai wirkt dagegen dort überzeugend, wo das Papier eine eigenständige Präsenz entwickeln soll.

Druckerkompatibilität beachten

Die Stärke von 480 µm ist bei der Wahl des Druckers und des Papierwegs zu berücksichtigen.

Vor dem Druck sollte geprüft werden:

  • Welche maximale Papierstärke unterstützt der Drucker?

  • Gibt es einen manuellen Einzug?

  • Steht ein gerader Papierweg zur Verfügung?

  • Muss der Abstand des Druckkopfs angepasst werden?

  • Welche Medieneinstellung empfiehlt ILFORD für das konkrete Druckermodell?

Eine allgemeine Freigabe für jeden Desktop- oder Großformatdrucker wäre trotz der grundsätzlich vorgesehenen Inkjetnutzung zu weitgehend. Entscheidend sind der verwendete Drucker, seine Papierführung und die angebotenen Einstellungen für starke Medien.

Reguläre Kante oder natürlicher Büttenrand?

Ein Büttenrand bewahrt die unregelmäßige natürliche Kante des handgeschöpften Papiers. Dadurch wird die Herstellungsweise unmittelbar sichtbar.

Diese Ausführung eignet sich besonders für:

  • frei präsentierte Einzelblätter

  • Passepartouts, bei denen die Papierkante sichtbar bleibt

  • limitierte Editionen

  • künstlerische Arbeiten, bei denen das Material Teil des Konzepts ist

  • Präsentationen, die den handwerklichen Ursprung betonen sollen

Bei FineArt Partner sind momentan folgende Büttenrandformate zur Vorbestellung vorgesehen:

  • A3+ mit zehn Blatt

  • A1+ mit fünf Blatt

Pearlescent 120 und Echizen Pearl 110 sind nicht dasselbe Papier

Das neue Tesuki-Washi Pearlescent 120 darf nicht mit dem bereits bekannten Tesuki-Washi Echizen Pearl 110 verwechselt werden.

Wichtige Unterschiede:

Produkt Flächengewicht Papierstärke
neues Tesuki-Washi Pearlescent 120 g/m² 300 µm
bisheriges Tesuki-Washi Echizen Pearl 110 g/m² 290 µm

ILFORD Japan kennzeichnet das bisherige Echizen Pearl 110 mittlerweile als nur noch begrenzt verfügbar. Eine ausdrückliche Bezeichnung des neuen Pearlescent 120 als offizieller Nachfolger liegt uns derzeit jedoch nicht vor. Deshalb behandeln wir beide als eigenständige Produkte.

Wichtiger Hinweis zur Vorbestellung

Der folgende Hinweis gilt für alle drei vorgestellten Washi-Papiere und für sämtliche derzeit bei FineArt Partner aufgeführten Formate:

Dieses Papier ist derzeit noch nicht offiziell in Deutschland eingeführt. Bei diesem Angebot handelt es sich daher um einen Vorbestellungsartikel zur unverbindlichen Interessensbekundung.

Der für alle Blatt- und Rollenformate angegebene Preis von 10,00 € ist lediglich ein vorläufiger Platzhalter und ausdrücklich nicht der finale Artikelpreis.

Sobald uns die endgültigen Preise vorliegen, informieren wir Sie umgehend. Eine Vorbestellung kann jederzeit storniert werden. Zur voraussichtlichen Lieferzeit können wir momentan noch keine verlässliche Angabe machen.

Bitte beachten Sie: 10,00 € sind nicht der endgültige Kaufpreis des gewählten Formats.

Zu den Produkten und Oberflächenbildern:

Häufige Fragen

Welches der drei ILFORD-Washi-Papiere ist am natürlichsten?

Yanase 120 stellt die natürliche Faserstruktur, die helle Papierbasis und die matte Oberfläche in den Vordergrund. Es besitzt keinen zusätzlichen Schimmereffekt und ist deshalb die zurückhaltendste Variante.

Welches Papier hat einen Pearlescent-Effekt?

Tesuki-Washi Pearlescent 120 besitzt eine spezielle Beschichtung mit lichtabhängigem Schimmer. Unter diffusem Licht bleibt dieser dezent; unter hartem, direktem Licht wird er deutlich präsenter.

Welches Papier ist am stärksten?

Hokusai 210 ist mit 480 µm erheblich stärker als Yanase und Pearlescent mit jeweils 300 µm. Vor dem Druck sollte deshalb die maximal unterstützte Papierstärke des Druckers geprüft werden.

Können Dye- und Pigmenttinten verwendet werden?

Alle drei Papiere sind laut den vorliegenden Herstellerinformationen für wasserbasierte Dye- und Pigmenttinten geeignet. Ein passendes ICC-Profil und ein Probedruck sind für eine kontrollierte Farbwiedergabe empfehlenswert.

Was ist Kozo?

Kozo ist eine traditionelle Faser der Washi-Herstellung. Bei den drei neuen ILFORD-Papieren macht Kozo 40 % der Fasermischung aus. Die übrigen 60 % bestehen aus Hanf.

Sind Unregelmäßigkeiten ein Produktfehler?

Handgeschöpftes Washi ist kein vollkommen homogenes Industriepapier. Sichtbare Fasern und leichte Unterschiede zwischen den Bögen gehören zum natürlichen Materialcharakter. Jeder Bogen sollte vor dem finalen Druck geprüft werden.

Welche Büttenrandformate werden in Deutschland angeboten?

Aktuell führt FineArt Partner A3+ und A1+ mit natürlichem Büttenrand. Das breitere japanische Herstellerprogramm umfasst zusätzlich A4 und A2, diese Varianten sind derzeit jedoch nicht Teil des deutschen Vorbestellangebots.