Analog Art Affair 2026: Vom analogen Foto zum Fine-Art-Print

Analoge Fotos auf Papier bringen, auch ohne eigene Dunkelkammer: Genau darum ging es bei unserem Auftritt auf der Analog Art Affair in Köln. Gemeinsam mit Canson Infinity und Canon haben wir vor Ort gedruckt, Papiere gezeigt und viele schöne Gespräche geführt. Das große Interesse am Fine-Art-Fotodruck hat uns gefreut.

Der Weg vom entwickelten Film über einen Scan zum digitalen Print verbindet analoge Fotografie mit den Gestaltungsmöglichkeiten des Fine-Art-Drucks. Mit der passenden Papierwahl lässt sich dabei eine Bildwirkung erreichen, die an klassische Dunkelkammerpapiere erinnert. Zwei Beispiele hatten wir dabei: Canson Infinity Platine Fibre Rag und Baryta Prestige II.

Begegnungen rund um analoge Fotografie

Am 5. September 2026 fand die Analog Art Affair in der BASE im Carlswerk in Köln statt. Die Veranstaltung brachte Fotografie, Film, Print und Kunst zusammen. Zum Programm gehörten unter anderem Talks, Fotowalks und Live-Podcast-Formate rund um analoge Fotografie und kreative Praxis. Mehr zur Analog Art Affair.

Für uns stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Wir haben über Papieroberflächen gesprochen, über Drucker und darüber, wie aus einer analogen Aufnahme ein fertiger Print wird.

Dass wir direkt vor Ort drucken konnten, machte diese Gespräche besonders anschaulich. Ein Papier lässt sich anhand seiner Beschreibung einordnen. Wie seine Oberfläche das Licht aufnimmt, wie es sich anfühlt und wie eine Fotografie darauf wirkt, erschließt sich am besten am tatsächlichen Ausdruck.

Genau dafür bot die Messe Gelegenheit: Bilder betrachten, Papier erleben und Fragen zum eigenen Druckvorhaben besprechen.

Ein eigener Print braucht nicht zwingend eine eigene Dunkelkammer

Wer analog fotografiert und seine Bilder selbst zu Papier bringen möchte, steht häufig vor einer praktischen Frage: Wo lässt sich eine Dunkelkammer einrichten?

Schon für Schwarzweißabzüge braucht es einen geeigneten, abdunkelbaren Arbeitsplatz, einen Vergrößerer sowie Platz für die Verarbeitung und Wässerung der Papiere. Eine Einführung in diese Ausstattung bietet beispielsweise ILFORD mit seiner Anleitung zur Vorbereitung auf den ersten Dunkelkammerabzug.

Im Farbbereich kommt weitere Komplexität hinzu. Die Verarbeitung des Fotopapiers muss zum jeweiligen Material und Prozess passen.

Eine Farbdunkelkammer zu Hause ist grundsätzlich möglich. Für viele Privatpersonen sind Platzbedarf, Ausstattung und Prozessaufwand jedoch eine hohe Hürde.

Hier eröffnet der Fine-Art-Fotodruck einen weiteren Weg: Der entwickelte Film wird digitalisiert, die Bilddatei für den Druck vorbereitet und anschließend auf einem geeigneten Inkjetpapier ausgegeben. Für diesen Druckschritt ist keine Dunkelkammer erforderlich.

Was bedeutet „hybrider Workflow“?

Ein hybrider Workflow verbindet analoge und digitale Arbeitsschritte. Bei einer Aufnahme auf Film kann der Weg zum fertigen Print so aussehen:

Aufnahme auf Film → Filmentwicklung → Digitalisierung → Bildbearbeitung → Fine-Art-Druck

Die Filmentwicklung bleibt dabei ein notwendiger Schritt. Den entwickelten Film kannst du selbst digitalisieren oder von einem Dienstleister scannen lassen.

In der Bildbearbeitung gestaltest du anschließend unter anderem Helligkeit, Kontrast, Farbe und Ausschnitt. Bei Negativen gehört außerdem die Umwandlung zum positiven Bild dazu, sofern sie nicht bereits beim Scannen erfolgt ist.

Für den Einstieg empfehlen wir, zunächst ein einzelnes Motiv bis zum fertigen Print auszuarbeiten. So kannst du die einzelnen Entscheidungen nachvollziehen: Was bewirkt eine hellere Abstimmung? Wie verändert ein anderes Papier das Bild? Und welches Format passt zur Aufnahme?

Der Scan ist dabei die Grundlage. Prüfe vor dem Druck, ob Schärfe, Details und Tonwerte für die geplante Ausgabe ausreichen.

Papier als Verbindung zur Dunkelkammer

Auf der Analog Art Affair haben wir unter anderem zwei Canson-Infinity-Papiere gezeigt, die gestalterisch an klassische Dunkelkammerpapiere anknüpfen.

Platine Fibre Rag: Baumwollpapier mit Baryt-Anmutung

Canson Infinity Platine Fibre Rag 310 besitzt einen Träger aus 100 Prozent Baumwolle, eine satinierte, glatte Oberfläche und einen natürlichen Weißton ohne optische Aufheller. Seine Gestaltung greift die Ästhetik klassischer Barytpapiere auf.

Damit ist es ein Papier, das sich für einen Vergleich anbietet, wenn du eine traditionelle fotografische Anmutung mit dem digitalen Druck verbinden möchtest. Es eignet sich sowohl für Schwarzweiß- als auch für Farbaufnahmen.

Unser Praxistipp: Betrachte beim Probedruck neben den dunklen Bildpartien auch helle Flächen und feine Übergänge. Gerade dort lässt sich gut beurteilen, ob Papierweiß und Oberflächenwirkung zur gewünschten Bildstimmung passen.

Baryta Prestige II: Glänzende Oberfläche mit Bariumsulfatschicht

Canson Infinity Baryta Prestige II 340 besteht aus einer Mischung aus Alpha-Zellulose und Baumwolle. Es besitzt eine Bariumsulfatschicht, eine glatte, glänzende Oberfläche und kommt ebenfalls ohne optische Aufheller aus. Auch dieses Papier ist in seiner Anmutung an klassische Dunkelkammerpapiere angelehnt.

Beim Vergleich mit Platine Fibre Rag lohnt sich besonders der Blick auf die Oberfläche. Bewege die Ausdrucke leicht im Licht und betrachte sie anschließend aus der Position, aus der du das fertige Bild später ansehen möchtest.

Welches der beiden Papiere besser passt, ist eine gestalterische Entscheidung. Dafür sind das Motiv, die gewünschte Wirkung und die spätere Präsentation hilfreicher als die Suche nach einem pauschal „besten“ Papier.

Auch der Drucker gehört zur Entscheidung

Neben den Papieren haben wir auf der Messe natürlich auch über die Canon-Drucker gesprochen. Für die Auswahl eines eigenen Geräts empfehlen wir, vom tatsächlichen Vorhaben auszugehen: Welche Formate möchtest du drucken? Wie regelmäßig? Welche Papiere willst du verwenden, und wie viel Platz steht zur Verfügung?

Diese Fragen helfen dabei, ein passendes Drucksystem einzugrenzen. Eine Übersicht findest du bei unseren Canon imagePROGRAF Fotodruckern.

Du kannst den Weg zum Fine-Art-Print auch zunächst mit einem Dienstleister ausprobieren. Über unseren FineArt-Printservice lässt sich eine vorbereitete Bilddatei auf Papier bringen, bevor du über einen eigenen Drucker entscheidest.

Die analoge Aufnahme bis zum Print weiterdenken

Von der Analog Art Affair nehmen wir vor allem die schönen Gespräche und das große Interesse am gedruckten Bild mit.

Der hybride Workflow eröffnet analogen Fotografinnen und Fotografen einen praktischen Weg, ihre Aufnahmen selbst bis zur Ausgabe zu gestalten. Papiere wie Platine Fibre Rag und Baryta Prestige II bieten dabei einen Bezug zur Ästhetik klassischer Dunkelkammerpapiere.

Vielen Dank an alle, die bei uns vorbeigeschaut, Fragen gestellt und ihre Gedanken mit uns geteilt haben. Danke an Canson Infinity und Canon für den gemeinsamen Auftritt sowie an das Team der Analog Art Affair. Und ganz persönlich an dich, Ben: Danke, dass wir dabei sein durften!


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