Canon PRO-1100 vs Epson SC-P900: Kaufcheck 2026

Wer 2026 zwischen dem Canon imagePROGRAF PRO-1100 und dem Epson SureColor SC-P900 entscheidet, wählt zwischen zwei A2-Systemen auf ähnlichem Preisniveau mit sehr unterschiedlicher Tintenphilosophie. Der Canon PRO-1100 druckt pro Milliliter günstiger, der Epson SC-P900 punktet mit kompakterer Bauform und leiserem Betrieb.

Beide Drucker gelten in aktuellen Vergleichstests weiterhin als Referenz im 17-Zoll-Desktopsegment und liegen preislich nah beieinander: Bei FineArt-Partner kostet der PRO-1100 aktuell 1.099 Euro (UVP 1.399 Euro), der Epson SC-P900 steht bei 1.049 Euro. Wer sich für einen der beiden entscheidet, kauft sich damit auch in ein bestimmtes Tinten- und Workflow-System ein, aus dem er über Jahre kaum mehr aussteigt. Genau deshalb lohnt sich der Blick unter die Datenblätter, bevor du bestellst.

  • Canon-Tinte kostet pro Milliliter spürbar weniger
  • Der Epson SC-P900 wiegt nur rund 15 statt 32,4 Kilogramm und arbeitet nach Herstellerangabe etwas leiser.
  • Bronzing auf Glanzpapier lässt sich bei beiden Systemen reduzieren, beim Canon über den Chroma Optimizer, beim Epson über den Carbon-Black-Modus.

Canon PRO-1100 oder Epson SC-P900: Wer gewinnt den A2-Vergleich?

Im direkten Vergleich liegt der Canon PRO-1100 bei laufenden Kosten und Medienhandling vorn, während der Epson SC-P900 bei Formfaktor und Geräuschpegel die Nase vorn hat. Der PRO-1100 nutzt ein 12-Farben-LUCIA-PRO-II-Pigmentsystem mit 80-ml-Einzelpatronen und kam Ende September 2024 mit einer UVP von 1.399 Euro auf den Markt, bei FineArt-Partner steht er aktuell bei 1.099 Euro. Der SC-P900 setzt auf ein 10-Farben-UltraChrome-Pro10-System mit 50-ml-Patronen und wurde bereits im Mai 2020 als Nachfolger des SC-P800 eingeführt; bei FineArt-Partner kostet er aktuell 1.049 Euro.

Bei der reinen Bildqualität liegen beide dicht beieinander, mit unterschiedlichen Stärken. Der SC-P900 erweitert seinen Farbraum gezielt im Blau- und Violettbereich durch eine neue Violett-Tinte, ein unabhängiger Gamut-Test auf Baumwollpapier zeigt aber, dass der Gesamtfarbraum ähnlich groß ausfällt wie beim vier Jahre älteren Canon-Vorgängermodell PRO-1000 (der Test stammt aus dem internationalen Raum und ist technisch übertragbar, aber nicht DE-nativ gemessen). Beim Schwarz und der Detailzeichnung auf Glanz- und Barytapapier zeigen unabhängige Tests bei beiden Systemen in den höchsten Qualitätsstufen ein sichtbares Gloss Differential und teils leichtes Bronzing, das sich beim Epson über Gloss Smoothing beziehungsweise den Carbon-Black-Modus deutlich reduzieren lässt, laut Hersteller um bis zu 11 Prozent höheren Dmax bei nahezu verschwundenem Bronzing.

Der Canon PRO-1100 geht das gleiche Problem über eine zwölfte, separate Chroma-Optimizer-Patrone an, eine transparente Versiegelung, die für gleichmäßigeren Glanz auf Fotopapieren sorgt. Bei Geschwindigkeit, Lautstärke und Handling unterscheiden sich beide Systeme deutlicher, als es die Preisnähe vermuten lässt, wie die folgende Übersicht zeigt.

Kriterium Canon PRO-1100 Epson SC-P900
Tintensystem 12 Farben, LUCIA PRO II, 80-ml-Tanks inkl. Chroma Optimizer 10 Farben, UltraChrome Pro10, 50-ml-Patronen inkl. Violett-Tinte
Farbraum / Schwarz Sehr tiefes Schwarz, stabile Detailzeichnung im Schatten Erweiterter Blau-/Violettgamut, in Summe ähnlich groß wie beim älteren PRO-1000
Bronzing / Gloss Differential Reduziert über 12. Patrone Chroma Optimizer auf Glanzmedien Reduziert über Gloss Smoothing / Carbon-Black-Modus auf Glanz und Baryta
FineArt-Matt vs. Baryta/Gloss Zuverlässiges Handling schwerer Medien über Vakuum-Ansaugung Funktioniert gut
Druckgeschwindigkeit A2 Rund 3:40 Min. (Glanz) bis 6 Min. (Fotopapier) 3:41 Min. (Standard) bis 13:27 Min. (Maximalqualität + Carbon Black auf Baryta)
Lautstärke Ca. 42,5 dB(A) Normalpapier / 43,0 dB(A) Fotopapier Ca. 41 dB(A) nach ISO 7779
Gewicht / Formfaktor 32,4 kg Ca. 15 kg, deutlich kompakter

Was kostet ein A2-Druck auf dem PRO-1100 wirklich im Vergleich zum SC-P900?

Die laufenden Kosten drehen sich vor allem um den Tintenpreis pro Milliliter, und hier liegt der Canon PRO-1100 klar günstiger. Die Originaltinte PFI-4100 kostet bei FineArt-Partner einheitlich 52,90 Euro pro 80-ml-Tank (Listenpreis 70 Euro), das sind etwa 0,66 Euro je Milliliter. Das gilt auch für die zwölfte Patrone, den Chroma Optimizer, der nur auf Glanzmedien zum Einsatz kommt. Beim Epson SC-P900 kostet die T47A-Patrone mit 50 ml bei FineArt-Partner 38,50 Euro (Listenpreis 45,61 Euro), also rund 0,77 Euro je Milliliter. Damit liegt der Milliliterpreis beim Epson-System spürbar über dem des Canon-Systems: Wer alle zwölf Canon-Tanks im Multipack nachkauft, zahlt rund 619 Euro, das komplette Zehnerset der Epson-Tinte kostet rund 379 Euro.

So rechnest du dir die Kosten pro Print selbst nach: Kosten pro A2-Druck = Tintenverbrauch in ml × Preis pro Milliliter + Papierpreis (beim Canon auf Glanzmedien zusätzlich den anteiligen Chroma-Optimizer-Verbrauch dazurechnen). Wie viele Milliliter ein einzelner A2-Print tatsächlich kostet, hängt stark vom Bildmotiv, dem gewählten Papier und dem Qualitätsmodus ab, seriöse Fixwerte dafür gibt es nicht. Beobachte über die Tintenstandsanzeige (oder Accounting Manager) deines Druckers, wie viel ein typisches Motiv auf deinem bevorzugten Papier verbraucht, und setze diesen Wert zusammen mit den aktuellen Listenpreisen deiner Tinte in die Formel ein. So lässt sich mit deinen eigenen Zahlen jederzeit nachrechnen, welches System bei deinem Druckvolumen tatsächlich günstiger arbeitet.

Zur Einordnung des Erstinvests: Eine komplette Ersatzbefüllung aller zwölf Canon-Tanks kostet bei FineArt-Partner im Multipack rund 619 Euro (Listenpreis 840 Euro) und ist beim Kauf des PRO-1100 bereits als volle Startertinte im Lieferumfang enthalten. Durch das Befüllen von Schläuchen und Druckkopf sinkt der nutzbare Füllstand aber bereits vor dem ersten Ausdruck auf etwa die Hälfte. Der Epson SC-P900 wird dagegen ab Werk nur mit rund 65 Prozent gefüllten Patronen ausgeliefert, startet also von vornherein mit weniger Tinte pro Kartusche.

Zur laufenden Kostenrechnung gehört auch der Verbrauch durch Wartung. Beim Canon PRO-1100 kann allein das Aus- und Wiedereinschalten wegen des Spülens der Zuleitungen Tinte kosten. Reguläre Reinigungszyklen verbrauchen laut Testern im Normalbetrieb bis zu 20 Prozent der Gesamttinte, bei seltener Nutzung sogar bis zu 30 Prozent (der Test stammt aus Australien, die technischen Werte sind aber auf das identische Gerät in Deutschland übertragbar). Wer den PRO-1100 regelmäßig nutzt und im Standby statt komplett ausgeschaltet lässt, hält diesen Anteil spürbar niedriger. Original-Nachfüllpatronen für den PRO-1100 findest du direkt in unserer Auswahl an Canon-Originaltinten, damit du beim Nachbestellen nicht auf Farbabweichungen durch Fremdtinte setzen musst.

Wie baust du ein zuverlässiges Farbmanagement-Setup für PRO-1100 und SC-P900 auf?

Ein belastbares Minimal-Setup besteht aus drei Bausteinen: einem kalibrierten Monitor, dem passenden ICC-Profil für Drucker, Tinte und Papier sowie einem Softproof vor dem eigentlichen Druck. Ohne diese drei Schritte drucken beide Systeme technisch einwandfrei, aber farblich am Bildschirmeindruck vorbei, unabhängig davon, welches der beiden Modelle du besitzt. Der Softproof simuliert am Bildschirm, wie Farben und Kontraste auf dem gewählten Papier tatsächlich wirken, und deckt Probleme wie zu geringen Kontrast oder abgeschnittene Farben auf, bevor teures Papier verbraucht wird.

Für die Bildbeurteilung unter reproduzierbaren Bedingungen lohnt sich zusätzlich Normlicht nach D50, insbesondere wenn Prints später unter wechselndem Kunst- oder Galerielicht bewertet werden. Ohne Normlicht beurteilst du Ausdrucke mal unter warmem Wohnzimmerlicht, mal unter kaltem Bürolicht, und triffst auf dieser Basis unterschiedliche Korrekturentscheidungen für dasselbe Bild. Wer regelmäßig für Galerien oder Kunden produziert, für den lohnt sich ein dedizierter Proof-Workflow mit RIP-Software zusätzlich zum Treiberdruck, weil sich damit Farbmanagement, Rasterung und Papierprofile über viele Druckjobs hinweg konsistent reproduzieren lassen. Genau das leistet die Mirage-RIP-Software, die als Workflow-Ebene über beiden Druckertreibern liegt und vor allem bei Galerie- und Editionsdrucken für nachvollziehbare Ergebnisse sorgt.

Typische Fehlerquellen für Farbstiche: falsches ICC-Profil für die konkrete Papier-Tinte-Kombination, ein nicht kalibrierter Monitor. Doppeltes Farbmanagement.

Fotograf, Künstler, Galerie oder Poster-Shop: Welcher Drucker passt zu deinem Profil?

Für ambitionierte Fotografinnen und Fotografen mit gemischtem Portfolio aus Baryta- und Fotopapier ist der Canon PRO-1100 meist die wirtschaftlichere Wahl, weil der niedrigere Milliliterpreis bei steigendem Druckvolumen schnell den etwas höheren Einstiegswert ausgleicht. Wer dagegen selten, aber gezielt in blau- und violettdominierten Motiven druckt und vor allem Wert auf einen kompakten, leisen Arbeitsplatz legt, findet im SC-P900 ein passendes Werkzeug, insbesondere im Homeoffice mit begrenztem Stellplatz.

Künstlerinnen und Künstler, die überwiegend auf schweren, mattem Baumwollpapier wie Hahnemühle Photo Rag arbeiten, profitieren von der Vakuum-Ansaugung des PRO-1100. Poster-Shops und Druckdienstleister mit hohem Durchsatz profitieren am stärksten vom niedrigeren Tintenpreis pro Milliliter und dem zuverlässigeren Medieneinzug, weil sich beides über viele hundert Drucke pro Jahr direkt auf die Marge auswirkt.

  1. Fotograf:in mit Baryta-Schwerpunkt: Canon PRO-1100 plus Chroma Optimizer und ein bis zwei Glanzpapiere zum Start.
  2. Künstler:in mit FineArt-Baumwollpapier: Canon PRO-1100 mit ein bis zwei Baumwoll-Medien zum Start.
  3. Anspruchsvolle Nutzer: Canon PRO-1100 kombiniert mit Mirage-RIP für reproduzierbare Farbergebnisse.
  4. Poster-Shop mit hohem Durchsatz: Canon PRO-1100 wegen niedrigerer Tintenkosten pro Milliliter im Dauerbetrieb.
  5. Homeoffice mit wenig Platz: Epson SC-P900 wegen Gewicht, Formfaktor und etwas leiserem Betrieb.

Die richtige Wahl für deinen A2-Druck-Alltag

Die eigentliche Entscheidung fällt selten an der Bildqualität, sondern am Druckvolumen: Wer regelmäßig in größerer Stückzahl druckt, holt den höheren Erstinvest des Canon-Systems über die niedrigeren Milliliterkosten meist innerhalb der ersten Patronensätze wieder herein. Wer nur gelegentlich, dafür aber platzsparend druckt, zahlt beim Epson SC-P900 pro Milliliter mehr, spart dafür an Stellfläche und Betriebsgeräusch.

Wenn du zwischen beiden Systemen noch schwankst oder dein konkretes Druckvolumen, deine bevorzugten Papiere und dein Farbmanagement-Workflow gemeinsam durchgesprochen werden sollen, bieten wir dazu ein Startklar-Paket aus Drucker, Original-Tinte, zwei bis drei bewährten Papieren und passenden ICC-Profilen an. Am einfachsten lässt sich das bei einem Termin in unserem Showroom in Oberursel klären, dort kannst du beide Papierwelten unter realen Lichtbedingungen direkt vergleichen, bevor du dich festlegst.

Häufige Fragen zu Canon PRO-1100 und Epson SC-P900

Wie stark unterscheidet sich die Druckgeschwindigkeit zwischen PRO-1100 und SC-P900?

Der Canon PRO-1100 druckt ein A2-Motiv in etwa 3:40 Minuten auf Glanzpapier und rund 6 Minuten auf Fotopapier. Der Epson SC-P900 schwankt deutlich stärker je nach Qualitätsstufe, von rund 3:41 Minuten im Standardmodus bis zu 13:27 Minuten in maximaler Qualität mit Carbon-Black-Modus auf Barytapapier.

Braucht der Epson SC-P900 zwingend eine Rolleneinheit für FineArt-Druck?

Nein, für reinen Blattdruck ist keine Rolleneinheit nötig. Die optionale Rolleneinheit ist nicht im Lieferumfang enthalten, bietet keine automatische Schneidefunktion, und in Nutzerforen tauchen wiederholt Berichte über Einzugsprobleme bei dickeren Baryta-Medien auf.

Wie viel Tinte verliert der Canon PRO-1100 durch Reinigungszyklen und Neustarts?

Ein Neustart durch Aus- und Wiedereinschalten kann wegen des Spülens der Zuleitungen Tinte verbraucht werden. Reguläre Reinigungszyklen verbrauchen im Normalbetrieb bis zu 20 Prozent der Gesamttinte, bei seltener Nutzung sogar bis zu 30 Prozent.