ILFORD Studio Matt 235 und ILFORD Galerie Smooth Pearl 310 sind auf den ersten Blick zwei einfache Papierwahlen, matt gegen perlglänzend. Der wichtigste Unterschied liegt aber woanders: Nur für die Galerie-Linie liefert ILFORD fertige Drucker-ICC-Profile, für die gesamte Studio-Serie gibt es keine.
Welches Papier zu dir passt, hängt davon ab, was du druckst und wie genau deine Farben sitzen müssen. Ein Ausstellungsposter ohne Spiegelungen braucht andere Eigenschaften als ein Porträt mit kritischen Hauttönen oder eine reproduzierbare Serie fürs Studio.
Studio Matt ist günstiger und reflektiert praktisch nicht. Dafür bekommst du bei Smooth Pearl fertige ICC-Profile und spürbar mehr Bildtiefe.
Studio Matt 235 liegt preislich im Einstiegssegment und eignet sich für Poster, Präsentationen und Testdrucke ohne Reflexionen.
Galerie Smooth Pearl 310 bietet mit 99 Prozent Opazität und HDR-Beschichtung mehr Farbtiefe für Porträts und kontrastreiche Motive.
Nur für Smooth Pearl stellt ILFORD fertige ICC-Profile bereit, für Studio Matt fehlen sie bei jedem Drucker.
Beide Papiere trocknen sofort nach dem Druck, reagieren aber unterschiedlich empfindlich auf Fingerabdrücke und Kratzer.
Matt oder Perlglanz: Das unterscheidet die beiden Papiere technisch
ILFORD Studio Matt wiegt 235 g/m² bei 310 Micron Stärke und 86 Prozent Opazität. Smooth Pearl bringt bei gleicher Stärke 310 g/m² und 99 Prozent Opazität auf die Waage, dazu kommt eine HDR-Beschichtung (High Dynamic Range) für mehr Dynamikumfang im Bild.
Kriterium |
ILFORD Studio Matt 235 |
ILFORD Galerie Smooth Pearl 310 |
|---|---|---|
Oberfläche |
Matt, gleichmäßig, komplett reflexionsfrei |
Perlglanz mit HDR-Beschichtung, glatt |
Grammatur / Stärke |
235 g/m², 310 Micron |
310 g/m², 310 Micron |
Opazität |
86 % |
99 % |
Weißton (CIE Lab) |
97,3 | 2,3 | -7,0, leicht warmweiß |
95,5 | 0,7 | -5,0 |
Empfohlene Tinte |
Matte Black (MBK) |
Photo Black (PBK) |
Trocknung |
Sofort trocken |
Sofort trocken |
Fingerabdrücke / Kratzer |
Empfindlich, vorsichtige Handhabung nötig |
Widerstandsfähig gegen Fingerabdrücke und Kratzer |
ICC-Profil von ILFORD |
Nicht verfügbar |
Verfügbar zum Download |
Verwechslungsgefahr: Die ILFORD GALERIE FineArt Smooth Pearl 270 ist ein anderes Papier, ein Zellulose-Fine-Art-Papier mit 270 g/m² und mattem Grundton. Dieser Vergleich bezieht sich auf die RC-basierte Smooth Pearl 310 aus der Pro-Photo-Paper-Linie, die für klassische Fotodrucke und nicht für Kunstreproduktionen konzipiert ist.
Bei Smooth Pearl solltest du zusätzlich auf Bronzing achten. Das FineArtPrinter-Fachglossar beschreibt den Effekt so: Ein metallischer Glanzschimmer entsteht, wenn Pigmenttinte nicht tief genug in die Empfangsschicht einer glänzenden oder perlglänzenden Oberfläche einsinkt.
Bronzing erkennen: Kippst du einen Druck im Streiflicht und siehst einen ungleichmäßigen, metallischen Schimmer, ist das ein typisches Zeichen für Bronzing. Einziges Gegenmittel ist ein besser abgestimmtes Papier, matte Oberflächen wie Studio Matt sind von diesem Effekt praktisch nicht betroffen.
Porträt, Landschaft oder Schwarzweiß: Welches Papier zu deinem Motiv passt
Für Porträts und kontrastreiche Motive liefert Smooth Pearl die deutlich lebendigere Bildwirkung, für Poster, Grafiken und Präsentationen unter hellem Licht spielt Studio Matt seine Stärken aus. Was hier steht, ergibt sich aus den technischen Werten und dem, was man allgemein über matte und perlglänzende Oberflächen weiß, ein direkter Vergleichstest beider Papiere existiert bislang nicht.
Porträt und Hauttöne: Smooth Pearl zeigt Hauttöne durch höhere Opazität und neutraleren Weißton natürlicher und tiefer.
Landschaft: Farbtiefe und Himmelverläufe profitieren von der Perlglanz-Oberfläche, matte Prints wirken ruhiger und zurückhaltender.
Schwarzweiß: Smooth Pearl liefert tiefere Schwarztöne, Studio Matt einen softeren, grafischen Monochrom-Look.
High-Key: Die reflexionsfreie Anmutung von Studio Matt passt zu hellen Bildern ohne störende Spiegelungen.
Nacht- und Kontrastmotive: Die HDR-Beschichtung von Smooth Pearl zeigt dunkle Bildpartien deutlich differenzierter.
Illustrationen und Grafiken: Scharfe Konturen und reflexionsfreie Flächen machen Studio Matt zur naheliegenden Wahl.
Viele Studios haben deshalb einfach beide Papiere im Regal liegen. Ein Fotograf, der montags Business-Porträts und mittwochs Ausstellungsplakate liefert, greift für jedes Motiv zum passenden Papier.
Rahmen, Glas und Zuschnitt: Weiterverarbeitung nach dem Druck
Beide Papiere sind harzbeschichtet und lassen sich mit einem sauberen Schnitt einfach zuschneiden. Bei Studio Matt lohnen sich Baumwollhandschuhe beim Handling vor dem Rahmen, weil die matte Oberfläche empfindlicher auf Fingerabdrücke reagiert als die harzbeschichtete Pearl-Oberfläche. Hinter Glas verschwindet dieses Risiko dauerhaft.
A4, A3+ oder A2: Welches Format und welche Menge sich lohnt
Für den Einstieg reichen A4- oder A3-Bögen beider Papiere, für Ausstellungsdrucke und Studioserien lohnen sich A2-Bögen oder Rollenware ab 17 Zoll. Studio Matt ist als Einstiegslinie preislich unter Smooth Pearl positioniert, was die einzelnen Formate gerade kosten, siehst du direkt auf den Produktseiten im Shop.
Als Rollenware ist Studio Matt laut Datenblatt bis 64 Zoll (162,6 cm) erhältlich, Smooth Pearl ebenfalls bis 64 Zoll, beide eignen sich damit für Studios mit regelmäßigem Großformatbedarf. Kleinere Rollenbreiten ab 17 Zoll reichen für die meisten Studioanwendungen völlig aus.
Willst du beide Oberflächen erst mal kennenlernen, kommst du günstiger über ein Muster-Set: Das ILFORD Studio Samplepack enthält 16 A4-Blatt aus allen aktuellen Studio-Oberflächen, das ILFORD Galerie Discovery Pack liefert 50 A4-Blatt aus der kompletten Galerie-Reihe. Größere Gebinde und Rollenware rechnen sich, sobald du regelmäßig druckst, für Einzelprojekte bleiben kleine Packungen die wirtschaftlichere Wahl.
ILFORD Galerie Fotopapiere
Von sanften, texturierten Oberflächen bis hin zu glatten, matten Finishes bieten ILFORD Papiere eine Vielzahl von Oberflächen, für kreative Fotografie.
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ICC-Profile: Wo es sie gibt und wann sich eine Farbmanagement-Beratung lohnt
Nur für die Galerie-Linie stellt ILFORD fertige Drucker-ICC-Profile zum Download bereit, für die komplette Studio-Serie einschließlich Studio Matt gibt es keine herstellerseitigen Profile. Arbeitest du mit Smooth Pearl, findest du das passende ICC-Profil direkt bei ILFORD zum Download.
Bei Studio Matt hast du nur zwei Optionen: die generische Medientyp-Einstellung im Treiber oder ein selbst erstelltes Profil. Bei kritischen Hauttönen, wiederkehrenden Serienaufträgen oder wenn ein Kunde exakt reproduzierbare Farben über mehrere Druckläufe erwartet, lohnt sich ein individueller Profil-Check.
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Häufige Fragen zu Studio Matt und Smooth Pearl
Woran erkenne ich Bronzing auf einem fertigen Druck?
Ein metallischer, ungleichmäßiger Glanzschimmer beim seitlichen Kippen des Bildes im Streiflicht ist das typische Zeichen für Bronzing. Der Effekt entsteht meist bei einer nicht optimal abgestimmten Kombination aus Tinte und Papier und lässt sich in der Regel nur durch einen Papierwechsel beheben.
Ist die ILFORD Galerie FineArt Smooth Pearl 270 dasselbe Papier wie Smooth Pearl 310?
Nein, es handelt sich um zwei unterschiedliche Produkte. Smooth Pearl 270 ist ein Zellulose-Fine-Art-Papier mit mattem Grundton für Kunstreproduktionen, während Smooth Pearl 310 ein RC-basiertes Fotopapier aus der Pro-Photo-Paper-Linie mit Perlglanz-Oberfläche ist.
Lohnt sich eine Rolle Papier, wenn ich nur gelegentlich große Formate drucke?
Rollenware rechnet sich meist erst ab regelmäßigen Drucken über A2 hinaus. Für gelegentliche Großformate bleibt ein einzelner A2-Bogen preislich flexibler und du bindest kein Kapital in Lagerware, die nur selten zum Einsatz kommt.
