Streifen, wellige Bögen, Kopfstreifer: Druckprobleme am Fotodrucker erkennen und beheben

Papier wellt sich beim Drucken meist, weil Bogen und Raumluft ihren Feuchtigkeitsgehalt angleichen oder noch eine Biegung durch die Rollenware vorhanden ist. Auch Streifen, Kopfstreifer und Farbstich gehen fast immer auf Einstellung, Klima oder Verbrauchsmaterial zurück, die Sie selbst korrigieren können.

  • Die Diagnose folgt immer derselben Reihenfolge: erst Düsentest, dann Medieneinstellung, dann Transport und Kopfabstand.

  • Papier akklimatisiert 6 bis 24 Stunden, ideal bei 20 bis 23 °C und 50 bis 55 % Feuchte.

  • Ein Farbstich entsteht häufig durch doppeltes Farbmanagement oder falsches Licht, respektive keinen korrekten Monitor.

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Legen Sie den Fehldruck neben diese Tabelle und gehen Sie vom Aussehen aus.

Fehlerbild

So sieht es aus

Wahrscheinlichste Ursache

Erster Handgriff

Streifen

Feine, helle Linien in regelmäßigem Abstand, oft nur in einer Farbe

Verstopfte Düsen, bei breiten, unregelmäßigen Bändern über alle Farben eher Medientyp oder Vorschub

Düsentest auf Normalpapier drucken

Ungleichmäßige Flächen

Wolkige, fleckige Flächen oder doppelte Konturen an feinen Kanten

Falscher Medientyp oder nicht ausgerichteter Druckkopf

Medientyp im Treiber prüfen, danach Druckkopfausrichtung

Wellige Bögen

Wellige Ränder, der Bogen tellert oder hebt sich im Drucker

Feuchtigkeitsunterschied zwischen Papier und Raumluft

Raumklima messen, Papier akklimatisieren

Kopfstreifer

Wischer oder Schmierspur, oft dort, wo sich das Papier hebt

Zu geringer Kopfabstand, dickes oder nicht planes Medium

Kopfhöhe eine Stufe erhöhen, oder Papier De-Curlen

Farbstich

Das ganze Bild kippt

Farbmanagement, falsches Profil oder Beurteilungslicht

Unter Normlicht prüfen, Farbverwaltung nur an einer Stelle aktiv lassen

Streifen im Druck: Düsen, Medieneinstellung oder Transport?

Ob Streifen von den Düsen, der Medieneinstellung oder dem Papiertransport kommen, klärt eine feste Reihenfolge, und die beginnt mit dem Düsentest. Canon selbst nennt bei Streifen in mehreren Farben zwar zuerst den Medientyp und den Düsentest zuletzt. Ich setze ihn trotzdem an den Anfang, weil er auf einem Blatt Normalpapier in einer Minute eine Ursache sicher aus.

  1. Düsentest: Fehlende Linien oder horizontale Streifen in den Testbalken zeigen verstopfte Düsen.

  2. Medientyp abgleichen: Eingelegtes Papier und Auswahl in Treiber und Gerät müssen übereinstimmen.

  3. Transport prüfen: Regelmäßige Bänder trotz richtigem Medientyp verlangen eine Kalibrierung des Papiervorschubs.

Sind im Düsentestmuster alle Balken sauber, ist die Düsenfrage erledigt, und jede Reinigung wäre verschwendete Tinte. Beim Zuordnen hilft das Streifenbild selbst: Feine, regelmäßige Linien in einer Farbe gehören zu Schritt 1. Breite, unregelmäßige Bänder über alle Farben in Druckrichtung gehören zu Schritt 2 oder 3.

Bleiben die Streifen nach allen drei Schritten, ist die Druckkopfposition der nächste Kandidat. Wie Sie die Ausrichtung prüfen, steht im Abschnitt zu Doppelkonturen.

Kopfstreifer erkennen und den Kopfabstand richtig einstellen

Ein Kopfstreifer zeigt sich als Wischer oder Schmierspur auf dem Print, meist wo sich ein dicker oder welliger Bogen angehoben hat. Ursache ist laut Canon vor allem ein zu geringer Kopfabstand. Ein niedriger Kopf zeichnet schärfer, streift aber eher, während ein höherer das Reiben verhindert und dafür etwas Schärfe kosten kann. Bestätigt ist der Streifer als Ursache, wenn der Düsentest sauber ist und die Spur nur bei schweren Medien wie Baryt oder bei gewellten Bögen auftaucht.

Die Einstellung heißt je nach Hersteller anders, und die Menüs sind modellabhängig. Den genauen Pfad nennt das Handbuch Ihres Modells.

System

Name der Einstellung

Wo zu finden

Worauf achten

Canon imagePROGRAF Großformat

Papierstärke (Kopfhöhe)

Papiereinstellungen, Erweitert, Schieberegler mit Auto-Option je nach Klima (Canon-Handbuch zur Kopfhöhe)

Bei dickem Material zuerst die Vakuumstärke auf Mittel-stark oder Stark erhöhen, erst dann die Kopfhöhe

Canon PRO-300 (Treiber)

Druckkopfhöhe

Erweiterte Papiereinstellungen im Druckertreiber, Option „Papierabrieb verh.“

Gedacht für Medien mit hoher Dichte

Epson SureColor P (P5000, P6000 bis P9000, P10000/P20000)

Platen Gap

Papiereinstellungen am Gerät, Stufen von Narrow bis Widest (Epson-Handbuch)

Bei verschmierten Drucken eine breitere Stufe wählen, „Detect Paper Thickness“ ermittelt die Papierdicke per Testmuster

Bei neueren Modellgenerationen können Bezeichnung und Stufen abweichen. Maßgeblich ist deshalb immer das Handbuch genau Ihres Geräts, nicht die Werte einer älteren Serie.

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Für Lagerung und Handhabung von Bögen und Rollen heißt das konkret:

  • Papier im Normklima von 20 bis 23 °C und 50 bis 55 % Luftfeuchte lagern.

  • Nach dem Transport akklimatisieren

  • Originalverpackung erst bei Raumtemperatur öffnen, angebrochene Packungen flach wieder verschließen.

  • Ein Hygrometer neben den Drucker stellen, um die Heizungsluft objektiv zu prüfen.

Rollen reagieren beim Einzug zusätzlich auf Spannung und Rollenkern. Lagern Sie sie deshalb liegend oder in der Originalhalterung, nie mit Druck auf die Wickelung. Welche Formate und Kerngrößen zu Ihrem System passen, zeigt der Überblick zu Fotopapier auf Rolle.

Ungleichmäßige Flächen und Doppelkonturen: Hilft eine Druckkopfausrichtung?

Ja, aber nur bei Doppelkonturen und versetzten Linien, also wenn feine Kanten wie doppelt gezeichnet wirken. Dann arbeiten die Düsenreihen nicht deckungsgleich, und die Ausrichtung bringt sie wieder zusammen.

Für die Ausrichtung selbst braucht es sauberes Papier: Canon verlangt eine unverschmutzte, nicht zerknitterte Testseite, die Sie auch nicht anfassen sollten, sonst schlägt die automatische Erfassung fehl. Klappt sie trotzdem nicht sauber, bleibt die manuelle Ausrichtung über den Computer.

Farbstich im Print: Liegt es am Drucker oder am Farbmanagement?

Ein Farbstich liegt häufiger an Einstellungen oder Licht. Prüfen Sie deshalb zuerst die Software-Seite und zuletzt die Lampe.

  1. Medientyp im Treiber

  2. ICC-Profil

  3. Doppeltes Farbmanagement: Verschwindet der Stich, sobald nur Anwendung oder Treiber verwaltet, war es das.

  4. Beurteilungslicht: Wechselt der Stich je nach Lampe, ist Metamerie die Ursache, nicht der Drucker.

Das Profil muss zu genau diesem Papier und diesem Gerät gehören und nach einem Medien-Wechsel erneuert werden. Wie Sie es einbinden, zeigt die Anleitung zum ICC-Profil herunterladen und installieren. Arbeiten Anwendung und Treiber gleichzeitig mit Farbverwaltung, wird das Bild zweimal umgerechnet. Aktivieren Sie die Farbverwaltung deshalb nur an einer Stelle.

Den letzten Punkt unterschätzen viele, weil die Lampe über dem Arbeitstisch neutral wirkt. Standard für die Beurteilung ist nach ISO 3664 Normlicht D50 mit 5000 Kelvin. Metamerie heißt, dass Farben unter einer Lichtquelle gleich und unter einer anderen verschieden wirken. Bürolicht oder einfache Leuchtstoffröhren mit lückenhaftem Spektrum können so einen Grün- oder Magentastich vortäuschen, der im Print gar nicht vorhanden ist.

Stabil bleiben: Pflegeroutine für Standzeiten und Heizperiode

  • Vor jedem größeren Auftrag einen Düsentest auf Normalpapier drucken: Das kostet Cent statt Euro.

  • Bei längeren Druckpausen einen Düsentest machen.

  • Drucker und Papier im selben Raum halten, das Klima per Hygrometer prüfen.

  • Neue Wartungskassette schon bei der Meldung „fast voll“ beschaffen.

Vor einer Tiefenreinigung lohnt sich eine kurze Gegenprobe: Zeigt der Düsentest wirklich fehlende Linien oder Streifen, und bleiben sie nach einer normalen Reinigung? Stimmen Medientyp und Kopfabstand, und hat die Wartungskassette noch Reserve? Erst dann ist die Tiefenreinigung der richtige Schritt.

Ein Servicefall liegt nahe, wenn Düsen trotz aller Reinigungsstufen dauerhaft ausfallen, der Drucker ungewohnte mechanische Geräusche macht, Transportfehler immer wiederkehren oder Fehlercodes nach einem Neustart bleiben. Dann hören Sie bitte auf, weitere Tiefenreinigungen zu starten, und holen Herstellersupport oder Fachberatung dazu.

Tinte und Wartungskassette richten sich nach der Modellreihe, denn selbst innerhalb der Canon-PRO-Serie nutzen die Geräte unterschiedliche Patronenserien. Zu welcher Generation Ihr Gerät gehört, zeigt der Überblick über die Canon imagePROGRAF Fotodrucker. Und wenn Sie unsicher sind, welches Material zu Ihrem Gespann gehört, schauen wir uns das gern gemeinsam mit Ihnen an.

Datei statt Drucker? Auflösung und Bildgröße vor der Fehlersuche prüfen

Flaue Details oder stufige Flächen entstehen manchmal schon in der Datei. Prüfen Sie vor der Fehlersuche, ob die Auflösung zum Format und zum späteren Betrachtungsabstand passt. Je weiter entfernt, desto weniger ppi braucht das Bild.

Format

Sinnvolle Auflösung

Pixelbedarf bei 300 ppi

A3+

300 bis 360 ppi

rund 3.900 × 5.700 Pixel (gut 22 MP)

A2

häufig 200 bis 240 ppi

rund 5.000 × 7.000 Pixel (knapp 35 MP)

ab A1

teils 150 ppi

abhängig vom Betrachtungsabstand

Die beste Versicherung: Routine statt Reparatur

Streifen nach Pausen, wellige Bögen, Streifer an angehobenen Rändern haben meist denselben Ursprung, nämlich Raumklima und Standzeit. Wer beides im Griff hat und vor jedem neuen Auftrag / Drucktag eine Minute für den Düsentest auf Normalpapier investiert, hat die wirksamste Versicherung gegen Fehldrucke.

Häufige Fragen

Welcher Fotodrucker eignet sich für professionellen FineArt-Druck, Canon oder Epson?

Beide, denn Canon und Epson bauen fachlich ebenbürtige Systeme. Bei Canon reicht die Spanne vom Canon imagePROGRAF PRO-1100 für Prints bis DIN A2 bis zu den Rollensystemen der imagePROGRAF-Reihe, bei Epson zur SureColor-P-Serie bis ins Großformat. Entscheidend sind Format, Druckvolumen und Ihre Papiere.

Wann lohnt sich eine persönliche Beratung vor dem Gerätekauf?

Immer dann, wenn Drucker, Tinte und Papier als Gespann zusammenpassen müssen, etwa beim Umstieg auf Rolle oder neue FineArt-Papiere. Bei FineArt-Partner betrachten wir Gerät, Material und Workflow gemeinsam.

Welchen Medientyp wähle ich für ein Papier, das der Treiber nicht kennt?

Den Medientyp, den der Papierhersteller zu seinem ICC-Profil für Ihr Druckermodell angibt. Profil und Medieneinstellung gehören zusammen. Wählen Sie beides aus derselben Empfehlung, stimmen Tintenmenge, Dichte und Farbe zueinander.

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