Wenn wir über Washi im FineArt-Druck sprechen, reden wir nicht über ein „exotisches Spezialpapier“, sondern über ein Medium mit über 1.500 Jahren Geschichte. Die Region Echizen in Japan gilt als eines der traditionsreichsten Zentren der Papierherstellung und genau dort entsteht die Basis der ILFORD GALERIE Washi-Papiere.
Was ILFORD hier besonders spannend macht: Die Verbindung aus traditioneller japanischer Papierbasis mit moderner, präzise abgestimmter Inkjet-Beschichtung. Es ist also kein reines Kunsthandwerk – sondern ein bewusst entwickeltes FineArt-Medium für professionelle Druckanwendungen.
Handgeschöpft vs. maschinell – zwei Konzepte, zwei Charaktere
Tesuki-Washi Echizen – handgeschöpft
Die Tesuki-Varianten werden Blatt für Blatt von Hand geschöpft. Das bedeutet:
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jede Faserverteilung ist leicht unterschiedlich
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organische Einschlüsse können vorkommen
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sichtbare, lebendige Struktur
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A1+ und A3+ mit echtem Büttenrand auf vier Seiten
Diese Papiere wirken nie steril. Sie bringen Materialität ins Bild. Besonders bei reduzierten Motiven, Schwarzweiß-Arbeiten oder ruhigen Farbkompositionen entsteht eine sehr organische, fast textile Wirkung.
Washi Torinoko 110 – maschinell gefertigt
Das ILFORD Washi Torinoko 110 wird dagegen auf einer spezialisierten japanischen Tanmo-Maschine produziert. Es wirkt extrem fein und fast wie handgeschöpft, ist aber deutlich gleichmäßiger und reproduzierbarer.
Das ist vor allem dann relevant, wenn:
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Editionen in gleichbleibender Qualität produziert werden
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größere Serien gedruckt werden
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Rollenware im Großformat eingesetzt wird
Man bekommt die traditionelle Washi-Anmutung – mit höherer Produktionskonstanz.
Die Oberflächen im Vergleich
Innerhalb der ILFORD Washi-Serie verändern kleine Unterschiede die gesamte Bildwirkung.
Klassische Tesuki-Oberfläche
Natürlich strukturiert, sichtbar lebendige Fasern. Das Motiv verschmilzt stärker mit dem Papier. Ideal für künstlerische, reduzierte Arbeiten.
Smooth
Die „Smooth“-Varianten besitzen eine weichere, ruhigere Oberfläche. Weniger Struktur bedeutet:
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feinere Detailwiedergabe
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gleichmäßigere Tonwertverläufe
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subtilere Papierwirkung
Besonders interessant bei Portraits oder sehr feinen Schwarzweiß-Motiven.
Warmtone
Hier kommt ein dezenter warmer Grundton hinzu. Das verändert Schwarzweiß-Arbeiten deutlich:
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weichere, klassischere Anmutung
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harmonischere Bildwirkung
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weniger technisch, mehr atmosphärisch
Warmtone Smooth
Kombiniert warmen Papiergrund mit reduzierter Struktur – sehr kontrollierte, elegante Wirkung.
Pearl
Die Pearl-Variante ist technisch besonders spannend. Eine pearleszente Beschichtung erzeugt einen leichten Schimmer- bzw. Sparkle-Effekt.
Das sorgt für:
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zusätzliche Tiefe
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lebendige Lichtreflexion
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stärkere Kontrastwirkung
Das Papier bleibt Washi, bekommt aber eine zusätzliche visuelle Dimension.

Einschub: Washi richtig drucken – Tipps aus der Praxis
Washi verhält sich anders als klassische Baumwoll-FineArt-Papiere oder RC-Medien. Ein paar Dinge haben sich in der Praxis bewährt:
1. Bilddichte prüfen
Gerade bei der Pearl-Variante kann es sinnvoll sein, die Bilddichte per Tonkurve um etwa 10–20 % zu erhöhen. Der Schimmer reflektiert Licht anders, das Bild darf minimal kräftiger angelegt sein.
2. Motiv bewusst wählen
Washi ist kein Allround-Papier.
Sehr grafische, hochgesättigte Motive wirken oft besser auf glatteren Medien.
Washi entfaltet seine Stärke bei:
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Schwarzweiß
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reduzierten Farbpaletten
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ruhigen, atmosphärischen Motiven
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Arbeiten mit viel Negativraum
3. Papierhandling ernst nehmen
Washi ist leichter und empfindlicher als klassische Baumwollpapiere.
Sauberes Handling, idealerweise mit Handschuhen, ist wichtig, besonders bei dunklen Motiven.
Bei Deckle-Edge: Im Zweifelsfall auf Trägerpapier aufkleben und anschließend Drucken.
4. Großformat bewusst einsetzen
Im Großformat entsteht eine besondere Tiefe. Die Struktur wirkt nicht „laut“, sondern verleiht dem Bild eine textile Präsenz.

